lukas bloggt | blog.eigenstil.de

Thinkstation P340 Desktop Tower NVME M.2 SSD aufrüsten: von 512 GB auf 1TB

In den letzten Monaten ist meine Festplatte in meinem Desktop-Computer immer wieder recht voll gewesen. Also von den 512GB waren dann nur noch so 10 – 20GB frei. Grundsätzlich ist das ja kein großes Problem – ein wenig Platz lässt sich ja leicht freischaufeln. Vor allem habe ich schnell einige GB an Daten auf dem Desktop liegen, die da eigentlich nicht sein müssen. Aber manchmal machte sich das schon bemerkbar.

Da ich auch immer wieder weiter mit dem Gedanken spiele möglichst dauerhaft auf Linux umzusteigen, wäre eine größere Festplatte für ein Dual-Boot-Setup auch gar nicht schlecht.

Also habe ich mal geschaut, was SSDs kosten. Und das ist ja tatsächlich gerade – also im März 2026 – nicht der optimalste Zeitpunkt um irgendwas mit SSDs und Speicher zu machen. Anyway, ich hab eine 1TB SSD gefunden, die zwar vor ein paar Monaten noch die Hälfte gekostet hat, aber was soll’s.

Festplatte erst mal finden!

Nunja, aber bevor ich die gefunden habe stand ich wie der Ochs vorm Wald als ich die Verkleidung vom PC aufgemacht habe um nach der SSD zu suchen. Ich war noch auf die „alten“ 2,5“ SSDs gepolt und habe ernsthaft mindestens 15 Minuten danach gesucht, bis ich einfach erst mal aufgegeben habe. Dann habe ich die Bedienungsanleitung vom P340 gewälzt. Da war es übrigens gar nicht so einfach, die vom Tower zu finden: irgendwie habe ich mindestens 5 Mal die vom P340 Mini gefunden – obwohl meine Suche „Tower“ in Anführungsstrichen beinhaltete. So viel übrigens zur immer schlechter werdenden Google-Suche. It’s really a thing.

Irgendwann habe ich das dann gefunden und war krass erstaunt, dass diese SSDs heutzutage wie RAM-Riegel aussehen. Da habe ich mich kurz alt gefühlt. Und ich wurde kurz von Ricky geshamt, als ich ihm das erzählt habe. Nuja – dann habe ich mir eine entsprechende Platte rausgesucht und bestellt, siehe Bild. Die kam auch prompt an und ich durfte gleich noch einen Halter bestellen, damit die SSD auch wirklich schön fest im Gehäuse sitzt. Ärgerlich – hätte ich auch gleich in einem Rutsch bestellen können.

Daten kopieren bzw. klonen

So nun nächster Punkt: ich war natürlich zu faul alles so richtig schön von Null auf neu zu installieren und wollte einfach die alte SSD auf die neue SSD klonen. Schließlich habe ich ja zwei Steckplätze direkt nebeneinander, brauche ich also nicht irgendwie umständlich hantieren dachte ich mir. Halbwegs Pustekuchen. Ich wollte natürlich möglichst mit Opensource arbeiten und keine extra Software dafür kaufen. Also habe ich Clonezilla und Rescuezilla gefunden. Beide können einfach mit dem BalenaEtcher (und bestimmt vielen anderen Tools) auf einen USB-Stick „gebrannt“ werden, sodass sie direkt als eigenes Live-Betriebssystem starten. Und dann der nächste Dämpfer: ich habe immer die Meldung

Unable to find a medium containing a live file system

bekommen, nachdem sich das Live-System laden sollte. Da wollte ich schon kurz aufgeben aber habe dann ein wenig weiter geforscht und ein LLM (ich glaube Perplexity in dem Fall) hat mir die Lösung präsentiert: es liegt am USB-3 Stick! Mit einem USB-2 Stick klappte es dann. Ihr wisst schon – diese alten Sticks, die innen nicht blau sind:

Foto von USB Sticks auf einer Unterlage: links 2x USB-3 und rechts 1x USB-2
Links USB-3 und rechts USB-2

Dann konnte ich endlich das Live-System starten und: die nächste Ernüchterung: die beiden SSDs kann ich dort nicht zum Klonen auswählen. Irgendwas im Bios (außer SecureBoot) hätte ich noch umstellen müssen, damit die Festplatten vielleicht dort sichtbar gewesen wären. Aber dann hätte ich vorher irgendwie Windows in den abgesicherten Modus versetzen müssen und es wäre nicht so ganz sicher gewesen, ob ich danach wieder hätte normal starten können. Das war mir alles irgendwie zu heikel.

Fazit: doch irgendeine Software direkt ins Windows installieren. Nach verschiedenen Suchen bin ich dann auf DiskGenius Free gestoßen. Das ist kostenlos und hat den Job perfekt erledigt. Sehr zu empfehlen!

Festplatte „austauschen“

Nun steckten ja schon beide Festplatten im Rechner und waren quasi identisch. Als letztes habe ich dann noch die neue Halterung für die zweite Festplatte montiert – das ging dank der Anleitung echt innerhalb von 5 Minuten.

Der letzte Schritt war dann nur noch, dass ich die Bootreihenfolge anpassen muss. Also natürlich sollte der Rechner nicht mehr von der 512GB Platte starten sondern von der 1TB neuen Platte, die ich soeben eingebaut habe. Funfact: im Bios stand „+/-“ um die Reihenfolge anzupassen. Das ging aber nicht. Ich habe wirklich mehrmals alles ausprobiert mit den beiden Tasten. Aber nichts hat sich im Bios in der Reihenfolge geändert. Bis ich auf die Idee gekommen bin, die „+/-“-Tasten auf dem Ziffernblock zu probieren. Das ging dann sofort. Aber das ist doch schon echt merkwürdig und nicht wirklich das erste, was mensch ausprobiert. Vor allem wenn alle anderen verwendbaren Tasten in diesem Interface nicht auf dem Nummernblock zu finden sind.

Fazit

Ging dann doch alles im Endeffekt recht easy. Aber so richtig „einfach“ war’s für mich jetzt nicht. Und ich halte mich ja für technisch dann doch eher versiert. Gut – ich lasse mir gerne vorwerfen, dass ich das schon ewig nicht mehr gemacht habe: Hardware am PC auszutauschen. Das ist definitiv eine Gewohnheitssache und Training. Aber einige „Stolpersteine“ habe ich dann ja doch gehabt, die nicht ganz so selbsterklärend waren.

Diesen Eintrag schreibe ich übrigens natürlich schon aus meinem „neuen-alten“ Windows.

& :
====
Aufrüsten von 512 SSD auf 1TB SSD bei einer und was es da alles für geben kann. Zumindest für jemanden, der als Halb-Laie versucht Tools einzusetzen und lange keine Hardware mehr an Computern ausgetauscht hat.

Spoiler: es ist nichts kaputtgegangen und ich musste kein Backup einspielen. Trotzdem war es hakelig.

blog.eigenstil.de/2026/03/thin

War sehr cool, zwar kurz und „spielen“ war's nicht so richtig. Aber das ist auch nicht der Anspruch vom Spiel gewesen.

Fast ein wenig zu „perfekt“ der Look.

Aber auf jeden Fall eine Empfehlung, bei ca 15-20 Minuten können Fans nur wenig falsch machen.

RE: podcasts.social/@rechtsbelehru

Danke @monoxyd für diese perfekte Beobachtung im @rechtsbelehrung im Bezug darauf, warum das evtl. Menschen zum Abprallen bringt:

> Menschen sind mittlerweile zu faul geworden, um eine Plattform selbst zu gestalten.

On point. Wahrlich on point.

Diese Faulheit der Leute nervt mich.